Selbsttest aus dem Buch: "Vater, Mutter, Sucht"
Interview mit Dr. Udo Baer über das neue Buch: "Wo geht's denn hier nach Königsberg?"
Interview mit Dr. Udo Baer über das neue Buch: "Wo geht's denn hier nach Königsberg?"
Interview vom 26.03.2010 mit Dr. Udo Baer zu seinem neuen Buch „Wo geht’s denn hier nach Königsberg?“
Worauf beruht das Buch und Ihre Erkenntnisse?
Udo Baer (UB): Das Buch beruht auf meinen Erfahrungen. Ich arbeite als Therapeut seit über 25 Jahren mit alten Menschen. Vor allem mit demenzkranken Menschen. Meine unmittelbaren therapeutischen Erfahrungen in der Therapie-Praxis zeigten mir dabei auf, dass viele Demenz-Symptome gar nicht auf Demenz zurückzuführen sind, sondern auf Kriegtraumata. Bestätigt wurde das durch gemeinsame Praxisauswertungen mit Kolleg/innen.
An wen richtet sich das Buch?
UB: Mein Buch richtet sich an Betroffene und Angehörige ebenso wie an Therapeut/innen und Pflegende. Meine Erfahrungen aus Seminaren und Vorträgen flossen mit in dieses Buch ein, und ich wollte dieses Wissen nicht nur den Therpeut/innen vor Ort zur Verfügung stellen, sondern allen Betroffenen und denen, die alte Menschen begleiten. Das Buch hilft Betroffenen zu verstehen, was mit ihnen los ist und sie finden Wege, welche Hilfe sie benötigen. Therapeut/innen und Pflegende können durch das Buch Unerklärliches erklären und dabei lernen, wie sie helfend damit umgehen können.
Warum sollten die von Ihnen aufgeführten Ansätze helfen? Warum „so“ und nicht anders?
UB: Weil es so funktioniert. Die anderen Wege, z. B die Angst nicht ernst zu nehmen und wegzureden, funktioniert nicht, sondern verschlimmern es oft. Eine Besonderheit des Buches ist, dass andere Bücher sich vor allem damit beschäftigen, was es für schlimme Erfahrungen im Krieg und den Nachkriegsjahren gab und dass das Folgen hat. Mein Buch geht darüber hinaus und zeigt die versteckten Folgen, wie das verschimmelte Brot unter der Bettwäsche oder die Unruhe vor dem Urlaubsbeginn, auf. Zudem zeigt es, was hilft.
Würden Sie sagen, dass das Buch Auswirkungen auf unsere Gesellschaft haben könnte?
UB: Ja, die Gesellschaft hat die Folgen des Krieges tabuisiert und verschwiegen. Es gab anderes zu tun, den Wiederaufbau aber auch politische Gründe. Wenn jetzt dieses Thema wieder aktuell wird und dieses Buch dazu beiträgt, dann ist das auch ein Beitrag, dass sich unsere Gesellschaft der Verantwortung stellt. Zukunft braucht Herkunft.
Vielen Dank, dass Sie sich die Zeit genommen haben, uns das Thema Ihres Buches näher zu bringen.![]()

